Elektra Langerweger
Ortspartei Winterthur
11.12.2020

Umweltschutzmassnahmen – Mitteleinsatz bitte effektiv!

In dieser GGR-Sitzung diskutierten wir diverse Vorstösse zu staatlichen Umweltschutzmassnahmen. Dabei durften wir zur Kenntnis nehmen, dass die durch den freisinnigen Stadtrat Stefan Fritschi geführten Stadtwerke im Benchmarking mit anderen Städten im Bereich „erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Strom- und im Wärme-/Gasbereich“ bereits ausgezeichnete Resultate erzielen.

Das Geld für staatliche Massnahmen ist nicht unendlich. Umso wichtiger ist es, dass wir gezielt in Projekte investieren, bei welchen wir für das eingesetzte Kapital einen möglichst grossen Umweltnutzen erzielen. Deshalb unterstützen wir die Absicht des Stadtrates, in den nächsten fünf Jahren für 6,5 Mio. Franken auf 100 städtischen Liegenschaften bei Neubauten oder Sanierungen Fotovoltaikanlagen zur hauptsächlichen Deckung des Eigenbedarfes in den jeweiligen Gebäuden zu installieren. Finanziert werden diese PV-Anlagen aus dem Rahmenkredit für erneuerbare Energien von 90 Mio. Franken, welchem die Bevölkerung im 2012 zugestimmt hat. Damit erzielen wir etwa den gleich grossen Umweltnutzen wie wir bei dem vom AWEL behaupteten Optimum mit der Umstellung der KVA auf Trockentragung der Schlacke maximal erzielt hätten – dort allerdings für 100 Mio. Franken.

Quartierwärmeverbund Neuwiesen nicht vom Tisch
Auch die Quartierwärmeverbunde wie Aquifer und Fernwärme-Anschlüsse waren wieder ein Thema. Derzeit kann praktisch kein Quartierwärmeverbund kostendeckend betrieben werden. Öl- und Gasheizungen sind preislich so kostengünstig, dass sich ein Umstieg finanziell nicht lohnt. Aktuell werden noch rund 60% der Häuser mit Öl- oder Gas geheizt und sind damit für etwa 40% des CO2-Ausstosses in der Schweiz verantwortlich.

MuKEN verändert Voraussetzungen
Werden jedoch die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEN 2014) wie vom Zürcher Regierungsrat vorgesehen umgesetzt, werden neue Öl- und Gasheizungen inskünftig nicht mehr genehmigt. Da wir in der Schweiz weder Erdöl- noch Gasvorkommen haben, sollten wir eigentlich ein genuines Interesse daran haben, von diesen Energieträgern wegzukommen. Mit der Einführung der geplanten MuKEN-Vorschriften würde die Attraktivität der Quartierwärmeverbunde sprungartig steigen. Denn sie sind insgesamt günstiger und weniger energieintensiv als eigene Wärmepumpen.

Es ist also weise, sich weitere Gedanke über mögliche neue Gebiete zu machen, welche mit Fernwärme oder Quartierwärmeverbunden effektiv erschlossen werden.

Weisung Postulat kostendeckende Solarstromproduktion auf städtischen Liegenschaften